Der Mythos von Osiris - aktuell bis heute



In dem Osiris-Mythos geht es um die Vorstellung der Überwindung des Todes durch die Verwandlung in einen anderen Seinszustand, in eine neue, postmortale Existenz.

Der Tod ist nicht der Endpunkt, sondern das Durchgangsstadium zu einer veränderten und dauerhaften Seinsform. Der Tod ist aber die Voraussetzung für eine Möglichkeit des Wandels.

Osiris
Vor dem Wandel steht, mythisch gedeutet, das Ertrinken bzw. Ertränktwerden oder das Auseinandergerissen-Werden und die anschließende Zusammenfügung der verloren gegangenen Teile.


Die völlige Auflösung der Person geht der Verwandlung in neue Seinsform voraus, deren angestrebtes Ziel die Vollständigkeit ist.



Der Mythos

Osiris
kommt zu Tode (er ertrinkt entweder ohne Gewalteinwirkung oder wird von seinem Bruder Seth getötet und zerstückelt). Seine einzelnen Leichenteile werden von Isis und anderen Göttern und Göttinnen gesucht, gefunden, beklagt und wieder zusammengefügt. Die an ihm vollzogenen Bestattungsriten ermöglichen ihm, für eine kurze Zeit seine Lebenskraft wiederzuerlangen und mit Isis einen Sohn zu zeugen, den Horus.

Sinn der Bestattungsriten ist aber nicht die Wiederbelebung für das Diesseits, sondern sie garantieren dem Osiris eine Weiterexistenz im Jenseits, zu dessen Herrscher und Richter er wird. Sein Sohn Horus setzt sich als Erwachsener in Kämpfen oder in Form von Gerichtsstreitigkeiten mit dem Widersacher auseinander, rächt den Tod des Vaters und übernimmt dessen irdische Nachfolge. Horus nimmt den Platz ein, den zuvor Osiris innegehabt hat.


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